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DRM in a nutshell

http://xkcd.com/488/

Ich denke ich werde mir das Diagramm als T-Shirt machen. :)

Add comment 13. Oktober 2008

DRM-frei 1 : 0 DRM

Es gibt so viele Varianten, wie ich jetzt triumphierend schreiben könnte.

Ich denke, ich werde es bei einem

Ha Ha!

belassen und einen ansonsten wie immer sachlichen (Harhar.. ) Kommentar schreiben.

Wal-Mart stellt seinen DRM-Server ab. Nachdem nun bereits Yahoo und Microsoft ihre Server bereits abgestellt haben (bzw. es vorhaben).

Ich hatte es schon einmal in einem anderen Artikel geschrieben. Es ist schön, wenn man seine Mitmenschen nicht mehr nur mit abstrakten Gefahrenkonstruktionen vom Kauf von DRM-Software abhalten kann, sondern ihnen einfach nur noch Pressemitteilungen ausdrucken muss.

Alternativ kann man allen die einen vorher für einen paranoiden Spinner gehalten haben nun sagen, ‘I told you so!’

Aus meiner Sicht ist es immer gefährlich den Zugang zu einem Dienst, dass benutzen eines Gegenstandes von der Genehmigung anderer abhänig zu machen.

Während man dies im Falle von physischen Gegenständen (Wohnungen, Autos, etc.) noch irgendwie rechtferigen kann, hier kann man sich den Zugang notfalls mit allen möglichen, juristischen ( :roll: ), Mitteln zurück erobern, ist es im Falle von DRM doch irgendwie sinnfrei.

Funktionierendes DRM, das also nicht umgangen werden kann, macht mich 100% abhängig von dem Gutdünken einer Firma. Kann das DRM umgangen werden, indem man dies etwa auf eine CD kopiert, kann man das DRM auch gleich weglassen.

Was aber aus Kundensicht vermutlich viel Ärgerlicher ist, dürfte sein, dass man im Falle von DRM eben kein play-anything-anywhere hat. Ich meine, wer kauft sich denn bitte Lieder, die er nicht mit jeder Anlage, mit jedem Player abspielen kann.

Vom IPOD in Amerika abgesehen, hat bisher noch kein DRM-System eine ausreichend hohe Verbreitung gefunden, dass man ernsthaft davon ausgehen kann, keine Probleme zu haben.

Das einzige Format, was mittlerweile so universal abspielbar ist wie eine CD / Musikkassette, ist MP3. (Dafür mögen mich jetzt die Hifi-Esoteriker steinigen)

Vielleicht wird ja in entfernter Zukunft mal Vorbis oder FLAC einen ähnlichen Unterstützungsgrad erreichen.

Bis dem so ist, ist aus meiner Sicht das einzige (digitale) Format von dem man relativ sicher sein kann es überall abspielen zu können, MP3.

Daher werde ich auch weiter alle Angebote, die mir wma oder $Format verkaufen wollen, ignorieren.

Evtl. wird aber auch das Thema MP3 mit der steigenden Prozessor-Geschwindigkeit verschwinden.

Mein Quadcore braucht ca. 5 Minuten um eine 75-Minuten Flac Datei in eine 320-kbit-cbr-MP3-Datei zu konvertieren. (Mit dem VLC-Player)

Ich könnte mir vorstellen, dass ich in der Zukunft auf meinem Fileserver ein virtuelles Verzeichnis MP3 habe, das meine FLAC-Dateien automatisch in MP3s umwandelt, wenn die Dateien kopiert werden. (Etwa wie beim konqueror. (?))

Von daher kann die Wahl eigentlich nur zwischen FLAC und MP3 liegen. MP3 für die Massenkompatiblität, FLAC fürs Archiv / zum konvertieren in $Format-mit-Goldkontakten.

Add comment 29. September 2008

Amazon.com und Videodownloads

Irgendwie ist an mir völlig vorübergegangen,  dass Amazon.com jetzt auch TV-Serien zum Download anbietet. Prima, denk ich mir, denn eine Firma, die als  eine der ersten DRM-freie MP3s angeboten hat, wird es ja wohl mit Videos nicht wieder verbocken.

Denkste. Es ist DRM-verseuchter Müll.

Dazu ein Artikel im Guardian:

http://www.guardian.co.uk/technology/2007/dec/11/amazon

Diesen Service braucht, in dieser Form, niemand.

Man könnte meinen die Anbieter hätten aus dem Misserfolg der Musikindustrie gelernt, aber anscheinend müssen auch sie erst die Lektion lernen, dass man nicht am Markt vorbei anbieten soll.

Ein Artikel, der die aktuelle Entwicklung in der Musikindustrie kommentiert und mit ein paar Zahlen zum Thema TV-Episoden per P2P aufwartet:

 http://www.zeit.de/online/2007/50/Werbefinanzierte_Musik

Ich denke die Kunden haben schon bei der Musik klar gemacht, was sie haben wollen.

Sie möchten ihre Musikstücke genau wie CDs behandeln können, sie möchten sie auf jedem Gerät ihrer Wahl abspielen. Ihren Freunden ausleihen oder kopieren. Und sie möchten, mittlerweile, nichts mehr dafür zahlen.

Das sich der Preis pro Musikstück mittlerweile bei 0,0 € eingependelt hat ist alleine das Verschulden der Anbieter. Hätte man in der Anfangszeit der Tauschbörsen ein Gegenangebot gestartet, anstatt die eigenen Kunden wie Kriminelle zu behandeln, hätte man einen höheren Preis verlangen können. Man hätte es evtl. sogar geschafft DRM im Markt zu verankern, aber dieser Zug ist (zum Glück) abgefahren. Und man sieht, nach einigen schmerzlichen Jahren beginnt man auf einmal über ernst zunehmende Konkurrenzangebote nachzudenken.

Plötzlich gibt es Downloads als MP3. Es gibt werbefinanzierte Angebote, Musikflats usw. Der Preis eines MP3-Downloads bei Amazon liegt bei 0,99 $ . Das macht bei einem 34-Track-Album gerade mal 22€. Das sind Preiskategorien, in denen man anfängt zu reden.
Wir sind jetzt Zeugen, wie sich dieses Trauerspiel bei den TV-Serien und Filmen wiederholt.

Man muss sich nur einmal anschauen, wie viele Nutzer, aus aller Welt, sich wöchentlich die Stargate Atlantis Folgen herunterladen.

Warum aus dieser Masse an potenziellen Kunden kein Gewinn gezogen wird, ist mir schleierhaft.

Die Angebote der Filmindustrie gehen auch jetzt wieder am Markt vorbei. Zwar mag das Angebot von Amazon oder Itunes innovativ sein, aber es kommt zu spät und in der falschen Form.

  1. Es ist immer nur auf die USA beschränkt. Ein großer Teil der Downloader kommt, wenn man nach den IP-Adressen geht, aber überhaupt nicht aus den USA. Viele der Downloader sind einfach Fans der Serie, die die Staffel „Live“ mitverfolgen möchten. Diese Fans werden also weiterhin gezwungen sein, sich die Folgen aus dem Netz zu besorgen.
  2. Die Filme kommen im falschen Format (Windows Media Video) und sind auch noch DRM-verseucht. Die potenziellen Kunden haben sich aber daran gewöhnt die Folge auf einem Gerät ihrer Wahl anzusehen, sie beliebig hin und her zu schieben. Man muss sich doch nur die Zahl der verkauften DVD-Player anschauen, die auch DivX abspielen können. Glaubt denn irgendjemand, dass diese Player für etwas anderes gekauft wurden als die aus dem Netz gezogenen Filme auf dem Fernseher anzuschauen? Nicht zu vergessen die Streaming-Clients, die immer zahlreicher verkauft werden. Klar, alle nur gekauft um sich das in DivX kodierte Urlaubsvideo seines Nachbarn anzutun.
  3. Die Bezahlung. Bei Musik hat man sich mittlerweile daran gewöhnt, dass sie kostenlos im Netz zu bekommen ist. Bei Serien, hat man noch nie für sie bezahlt.  Das Verständnis für etwas Geld zu bezahlen, was man sonst kostenlos im Fernsehen bekommt dürfte nicht wirklich ausgebildet sein. Es fehlt hier an vergleichbaren Angeboten. Die Logik ist doch, man bekommt die Folge im Fernsehen kostenlos, also muss sie im Internet auch kostenlos sein.
  4. Untertitel. Gerade für nicht-Muttersprachler ungemein hilfreich. Gibt es mittlerweile für jede US-Serie im Netz dazu. Bei Amazon? Fehlanzeige.
  5. Das Argument, wenn die Dateien nicht DRM geschützt wären, würden sie ins Netz gestellt ist Quatsch. Was ist denn jetzt? Jetzt sind sie auch schon im Netz verfügbar. Mit oder ohne Schutz, die Folgen sind eh im Internet verfügbar. Der Schutz ändert also nichts.
  6. Weltweite Verfügbarkeit. Es wird Argumentiert, dass dann die lokalen TV-Sender protestieren würden. Aber ich glaube nicht, dass die einen nennenswerten Zuschauerschwund hätten, denn die Wenigsten sprechen, in einem Land, so gut Englisch, als dass sie einer Folge problemlos folgen könnten. Es mögen zwar weltweit in der Summe viele sein, die sich die Folge auf Englisch anschauen würden. Aber ein Fußballspiel dürfte sich stärker auf die Quoten einer Folge in einem Land auswirken, als die paar Zuschauer.

Die Anbieter werden es nicht gerne hören, aber sie konkurrieren mit den Filesharern. Der Aspekt der Legalität ist für die meisten vollkommen unwichtig, für sie zählt nur Qualität, Verfügbarkeit und Preis.

Meine Vorstellung für ein Angebot sieht so aus:

  1. In einem etablierten Format. In der Filesharerszene hat sich DivX bzw. das kostenlose XviD durchgesetzt. Warum die Downloads nicht auch in diesem Format anbieten? Viele Leute haben bereits Technik die hervorragend mit DivX-Videos zurecht kommt. Sei es als DVD-Player oder als Streaming-Client. Weiterhin ist der Markt der DivX-fähigen Mediageräte deutlich größer als der, der DRM- und WMV-fähigen Mediageräte.
  2. Verfügbarkeit. Eine echte Konkurrenz ist nur möglich wenn die Downloads zu mindestens zeitgleich mit der Ausstrahlung der Folge verfügbar sind. Selbstverständlich muss das Download weltweit und mit vernünftiger Geschwindigkeit möglich sein. Andernfalls haben die Filesharer die Nase vorn.
  3. Der Preis. Ich schätze die Bereitschaft für Folgen zu zahlen als sehr gering ein. Hier werden zwar Äpfel mit Birnen verglichen, aber im Fernsehen zahlt der Kunde ja schließlich auch nicht pro Folge. Für ein Gut, das man gewohnt ist (auch schon vor der Erfindung des Internets) kostenlos zu bekommen, wird man morgen nicht zahlen wollen. Die Lösung kann hier eigentlich nur sein, eine über Werbung finanzierte Folge anzubieten. Man könnte z.B. die Werbung über die Hälfte des Bildschirms legen. Alternativ könnte man z.B. noch eine Folge ohne Werbung in HD-Auflösung für einen geringen Betrag anbieten oder man bekommt zusätzlich Rabat auf eine evtl. erscheinende DVD.
  4. Qualität. Aktuelle Folgen die man via Filesharing bekommt haben schon jetzt eine Vernünftige Qualität. Die einzige Möglichkeit sich hier von den Filesharern abzusetzen ist wohl HDTV.

Fazit: Von Filesharern lernen, bedeutet Siegen lernen. :mrgreen:

Ich bin gespannt ob sich die Anbieter darauf besinnen werden, dass sie einem kostenlosen Angebot nur mit einem besseren kostenlosen Angebot entgegen treten können. (Und sei es im Kern dasselbe, nur eben legal.)

Add comment 14. Dezember 2007


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