Posts filed under 'Menschen'

Wie mir diese scheinheilige Enke-Scheiße auf den Keks geht.

Seit Tagen werden alle Nachrichten von dem Tod irgendeines Ballfängers blockiert. Sicher, die Angehörigen haben einen Verlust erlitten, den ich gar nicht zerreden möchte. Warum jetzt aber die, gefühlte, halbe Nation Kopf steht will mir nicht in den Kopf.

Es wollte mir nicht in den Kopf, als Michael Jackson gestorben ist oder als „Prinzessin Diana“ gestorben ist. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie so viele Leute um einen Menschen trauern können, den sie vermutlich nie persönlich getroffen haben oder gar in Person gesehen haben. Oder besser formuliert, ich kann es nicht nachvollziehen, wie man eine derart asymmetrische Bindung an eine Person entwickeln kann.

Klasse sind auch die, die sich über die aufregen, die sich darüber aufregen, dass hier die Nachrichten blockiert werden.

Da soll man nicht sagen dürfen, dass so ein Schienensuizid für die Aufräumenden eine echte Belastung ist. Klar ist mir bewusst, dass man in diesen Situationen nicht unbedingt denkt, „Wer räumt mich eigentlich weg?“. Aber man muss sehr wohl festhalten, dass so ein Schienensuizid objektiv deutlich störender ist, als die Variante Strick+Kellerbalken.

Da muss man sich dafür rechtfertigen, wieso es einem egal ist, dass sich ein Fußballer umgebracht hat.

Oder man wird böse angeschaut, wenn man sagt, dass normalerweise wegen des „Werther-Effekts“ diese Form der Berichterstattung ausgeschlossen ist und man sich frag, wie viele Opfer das wohl jetzt kosten wird.

Was mir aber wirklich ankotzt, ist diese Scheinheiligkeit mit der auf seine Depression eingegangen wird. In einer Gesellschaft in der gemeinhin jede Schwäche ausgenutzt und gegen einen verwandt wird; in der TV-Charaktere, die an Depression leiden, als Witzfiguren dienen (bei Stromberg), fragt man sich jetzt wirklich ernsthaft, wieso er seinen Arzt und seine Angehörigen über seinen Zustand getäuscht hat. Einer Gesellschaft, in der man fürchten muss, ob berechtigt oder nicht, im Falle des Bekanntwerdens seiner Krankheit sein Kind und seine Karriere zu verlieren.

Oder diese lächerliche Frage, „Warum? Er hatte doch alles!“ Als wäre das in diesem Fall eine Erwiderung.

Natürlich auch jetzt wieder der obligatorische Aufruf, an den Unis oder der Schulen, man möge sich doch bitte bei Selbstmordgedanken oder Problemen an die Beratungseinrichtungen wenden. Gibt es da eigentlich eine gesetzliche Verpflichtung zu, oder fühlen sich die Leute nur dazu berufen diesen Schmarn abzusondern?

Ich muss in diesen Situationen immer an die Simpsons-Folge denken, in der Homer den Stempel „INSANE“ auf die Hand gedrückt bekommt.

Der beste Spruch den ich bisher gehört habe war, „Es ist, aus meiner Sicht, in unserer Gesellschaft keine Schande mehr, solch eine Betreuung in Anspruch zu nehmen.“

Doch ist es – und genau das ist das Problem.

Add comment 13. November 2009

Nach freier Liebe, freie Informationen – der Gesellschaftsentwurf eines Piraten

Vor kurzem habe ich in einem Interview gehört, im Unterschied zur Gründungsphase der Grünen hätten die Piraten keinen „alternativen Gesellschaftsentwurf“.

Nun zu erst dachte ich, stimmt. Aber in mir rumorte dieser Satz weiter, bis mir irgendwann klar wurde, doch haben wir schon, es ist uns nur nicht bewusst. (Alle vergleiche zur früheren Gesellschaftsänderungen basieren lediglich auf aus Bücherwissen resultierenden Erinnerungen. Fehler sind daher vorprogrammiert.)

Ein sehr subjektiver Eintrag über die Lebenswirklichkeit eines Piraten. Der Text ist so wie er mir aus den Händen geflossen ist. Liest sich daher vermutlich etwas holperig.

Ich bin mit dem Internet aufgewachsen. Für mich ist es so natürlich wie Telefonieren, Briefe schreiben, ins Kino gehen usw. Als ich meine ersten Gehversuche im Internet unternommen habe war ich knapp 14. Damals gab es kein StudiVZ, kein MySpace, das ganze Web 2.0 war noch nicht erfunden. (phpBB 1 war gerade DAS Board. Hostingspace mit MySQL war kostbar.)

Auch die panische Angst vieler Eltern vor dem Internet war noch nicht wirklich erfunden. Ich hatte damals tatsächlich einen unbeschränkten Zugang zum Internet. (Etwas was heute kein verantwortungsbewusster Mensch einem 14-jährigen einfach ermöglichen würde. Also vollkommen unvorbereitet und unüberwacht.)

Vermutlich gab es schon damals einige Seiten die man selbst als 18-jähriger nicht sehen sollte. Mangels vernünftiger Suchmaschinen habe ich die aber nie gefunden bzw. kann mich nicht daran erinnern.

Sehr wohl gefunden habe ich allerdings ein Forum bzw. eine „Community“ in der ich  Freund- und Bekanntschaften quer durch die Republik geknüpft habe.

Ich habe das Internet nie als etwas „bedrohliches“ oder gar anderes als „die reale Welt“ wahrgenommen. Für mich waren die Bekanntschaften die ich dort geknüpft habe immer real und dauern zum Teil bis heute an. (Was ich übrigens von den meisten Schulbekanntschaften nicht sagen kann.)

Natürlich haben meine Eltern komisch geguckt als ich mit 16 bekanntgeben habe: „Ich gehe jetzt auf das Berliner Forumstreffen.“ Aber, das war (für mich) beschlossene Sache und hat mir nicht geschadet.

Zugegeben, es war etwas ungewohnt die Leute die man nur mit Nicknames kannte zu treffen (und auch nur mit Nicknames anzusprechen). Aber es ist, wie ich aus heutiger Sicht sagen kann, nicht anders, als auf einer Party lauter neue Freunde kennen zu lernen.

Spätestens ab diesem Punkt ist es eh müßig darüber nachzugrübeln ob es jetzt „virtuelle Freundschaften“ oder „reale Freundschaften“ sind die da entstehen. Man kennt sich, man hilft sich, auch wenn man sich evtl. nur auf monatlicher oder halbjähriger Basis physisch trifft. Als uns beispielsweise die Aachener einmal in Berlin besuchten, war es für uns selbstverständlich, dass man ihnen eine Übernachtungsmöglichkeit geboten hat. Das lief vom Prozedere auch nicht anders ab, als wenn ein Schulfreund zu Besuch kommt und ist es, wenn man mal drüber nachdenkt, auch nicht. Man lernt sich halt kennen, nur ohne Hindernisse wie soziale Herkunft, Geschlecht oder Alter. (Zwei der Benutzer haben übrigens mittlerweile geheiratet.)

Das zu meinem Erstkontakt mit dem Internet.

Das reicht natürlich in den Augen vieler nicht als Gesellschaftsgrundlage. Darum möchte ich es an dieser Stelle noch einmal klar machen, was da abgelaufen ist.

Es haben sich Menschen zusammengefunden egal ob

  • ihrer Herkunft
  • ihres Alters
  • ihrer Religion
  • ihres Geschlechts

Aber nicht weil man betont gelassen oder liberal ist. Sondern einfach weil es keinen interessiert hat. Um es mal Internettypisch zu formulieren: „Wayne?“

Wenn ich mit anderen Piraten diskutiere wird da in den meisten Fällen ausschließlich Wert auf das Was, nicht auf das Wer gelegt.

Einen sehr schöner Ausspruch eines weiblichen Piraten, auf die Frage, ob es lieber Pirat oder Piratin heißen soll: „Ich bin Pirat, dass ich weiblich bin weiß ich selbst.“

Als ich neulich auf einer Benutzerseite im Piraten-Wiki gelesen habe, dass der Benutzer schrieb. „… und schwul.“ war meine Reaktion mit „Aha, wen interessiert das?“ am besten zu umschreiben. Auch andere Piraten reagierten, darauf angesprochen, bei dem Thema eher mit „Ist das wichtig?“. Einer hat sogar den Hinweis gegeben ich solle doch bitte auf meine Benutzerseite schreiben, „… und 90% hetero, vorzugsweise Rothaarige.“

Als Pirat kommt man in der Regel nur nicht drauf, diese Geisteshaltung (der „Toleranz“) als erwähnenswert zu sehen.

Als Pirat wünscht man sich eine Gesellschaft in der man Aufgrund seiner Taten, seiner Worte bewertet wird, in der man kein AGG braucht.

Heute sind wir viel weiter als damals. Heute gibt es Wikipedia, Youtube und (wichtig) Internetflatrates.

Für mich ist es mittlerweile normal mit einem Franzosen, einem Japaner und einer Brasilianerin über eine Folge einer Serie zu diskutieren die gerade in den USA gelaufen ist, mit einem Schweden über den Vor- und Nachteil zwischen zwei Manga-Übersetzungen zu streiten oder von einem Australier die Lösung für mein Windows-Problem zu bekommen.

Mein Bekanntschaftskreis hat sich mittlerweile von republikweit auf mindestens europaweit erhöht. Dank fehlender Reisebeschränkungen kann man ja auch „einfach mal so“ einen Schweden besuchen.

Ich treffe einen schwedischen Mozilla Add-on Entwickler in Berlin, fahre aber zum Kampfsport-Turnier nach Kopenhagen. (Ich weiß, das Kopenhagen in Dänemark liegt. Aber das Turnier war nun mal dort.)

Viele Piraten sind in einer viel grenzloseren Welt aufgewachsen, als es sich die über 30-jährigen vorstellen können.

Für Schüler heute ist es normal, dass sie schnell in der Wikipedia nachschlagen oder im Internet suchen um eine Antwort auf eine Frage zu bekommen. Sie haben Zugriff auf einen Informationsfundus, der es ihnen ermöglicht innerhalb weniger Minuten oder Stunden zu überprüfen ob ihr Lehrer ihnen Schmarn erzählt oder nicht. Auch  müssen sie sich dieses Wissen nicht mehr in jahrelanger Qual „erarbeiten“. Es ist einfach da. Daher sehen es natürlich auch viele als wenig „sinnvoll“ an, wenn auf dem Stundenplan vorgesehen ist, die nächsten 2 Wochen mit einem Thema zu verbringen, dass man auch in 2 Stunden Googeln erarbeitet.

Mit den gleichen Methoden kann ein Bürger überprüfen ob das, was ihm gesagt wurde stimmt. Er kann so etwa überprüfen, ob ein Politiker die Wahrheit sagt, die Studien z.B. wirklich das Aussagen, oder ob er lügt.

Diese großartige Allgemeinverfügbarkeit an Wissen ist theoretisch auch eine Chance unabhängig von Herkunft Wissen zu erlangen.

Doch das ist alles nur dank eines freien und unbeschränkten Zugangs zu Informationen und Bildung möglich.

Ich könnte es mir nicht leisten „einfach mal so“ nach Kopenhagen zu reisen, würde mir mein Bildungsstand es nicht ermöglichen das Geld dafür zu erwirtschaften.

Ich könnte mich mit keinem Japaner unterhalten, wenn wir nicht beide Zugang zu Englischunterricht gehabt hätten.

Doch was bringt es mir, wenn ich mich zwar über etwas unterhalten kann, aber kein Thema habe? Das Internet bietet auch dank des unverblümten Austauschs von urheberrechtlich geschützten Werken eine Vernetzungsmöglichkeit über die Grenzen hinweg. Wenn ich mich mit einem Russen über die letzte Stargate Folge gestritten habe, fällt es mir viel schwerer die Russen als den bösen entmenschlichten Feind zu sehen.

Dieses gegenseitige Kennenlernen wird seit Jahren in internationalen Schüleraustauschen durchgeführt. Das findet tagtäglich im Internet in einem viel größerem Rahmen statt als es über Reisen je möglich wäre.

In den 60er Jahren wurde dafür gestritten, dass Menschen unabhängig ihres Geldbeutel das Recht auf ein Studium haben und gegen einen autoritären Staat gekämpft.

Die logische Weiterentwicklung ist, dass Menschen unabhängig ihres Geldbeutels Zugang zu Informationen haben müssen. Nur so können sie ein mündiger Bürger sein, der die Entscheidungen und Äußerungen seiner Politiker und Mitmenschen kritisch hinterfragen kann.

Die uneingeschränkte Weitergabe von Informationen ist zum Glück eines der Kernthemen der Piraten.

Diese gelebte Freiheit der Informationen ist es, was die Piraten von der Masse der anderen Parteien unterscheidet. Wir hinterfragen die Äußerungen eines Politikers. Wir decken falsche Fakten auf.

Das ist der mündige Bürger in Aktion.

Als Pirat wünscht man sich eine Gesellschaft in der jeder Bürger freien Zugang zu Informationen hat, damit er an der Gesellschaft als mündiger Bürger teilnehmen kann.

Doch hin und wieder hat man das Gefühl, der Staat hätte lieber unmündige Bürger. Da wird jedes moderne Kommunikationsmittel überwacht. Da wird mit „zerfetzten Kinderleibern“ gegen unbeschränkten Informationszugang argumentiert.

Auf der einen Seite darf die Polizei ohne wirklichen Grund meine Personalien feststellen, kann theoretisch auf Monate zurück meine Bewegungsmuster abrufen und mich auf einer Demonstration präventiv filmen – muss aber noch nicht mal ein Namensschild tragen, noch muss ein Polizist mir seine Dienstnummer nennen. (Das muss nur der Einsatzleiter.)

Da wird in einigen Ministerien munter gekungelt, als wären wir im 18. Jahrhundert, geschützt durch fehlende Auskunftspflicht. Wenn ich aber etwas auf meinen Namen bestelle, mache ich das nur mit Waren, die ich auch problemlos im Fernsehen kaufen würde. Gott bewahre ich würde ein Buch über den Islam bei Amazon kaufen, auf den Rastertreffer kann ich verzichten. Ich möchte mich ja nicht verdächtig machen.

Wo uns entgegen schalt „Haben sie etwas zu verbergen?“, antworten wir „Das geht Sie gar nichts an!“ und machen uns damit verdächtig. Falls wir aber gerne wissen möchten, wie viel eine Kanzlei zur Ausarbeitung eines Gesetzes bekommen hat oder ein Konzern damit er in die Stadt umsiedelt, wird uns, „Das geht Sie gar nichts an!“, entgegen geworfen. Fragen wir dann, „Haben sie etwas zu verbergen?“, machen wir uns wieder verdächtig.

Doch  genauso selbstverständlich wie ich mich im Internet bewege, möchte ich nicht, dass man meine Schritte ohne mein Zutun nachvollziehen kann. Ich möchte, dass die gleiche Anonymität die bis vor einigen Jahren in jeder deutsche Großstadt möglich war, auch weiterhin gilt.

Die piratische Forderung nach einem transparenten Staat hat nichts mit der Forderung nach einem schwachen oder starken Staat zu tun.

Sie ist der Ausdruck eines Anspruchs eines mündigen Bürgers an den Staat, ihn auch kontrollieren zu können, damit er nicht Angst vor etwas haben muss, was ihm eigentlich dienen soll.

Als Pirat wünscht man sich eine Gesellschaft in der der Staat einem dient und man nicht mit einer Schere im Kopf durch die Gegend laufen muss.

Ich weiß nicht ob das als Entwurf einer Gesellschaft reicht, ich weiß aber, dass ich bis zum Begin dieses Jahres dachte, dass ich in so einer Gesellschaft lebe. Die Gesetzesentscheidungen in diesem Jahr haben mich eines besseren belehrt.

Ich bin nie politisch desinteressiert gewesen. Aber so große Begriffe wie „Gesellschaftsentwurf“ habe ich nie in den Mund genommen.

Ich war nie auf einer Demonstration, hätte nie gedacht in eine Partei einzutreten um etwas zu verändern, allenfalls um ein Pöstchen zu bekommen. Dann kam der 18. Juni 2009.

Seit diesem Tag weiß ich, nicht alle Dinge regeln sich von alleine bzw. nicht um alles kümmert sich jemand anderes.

In diesem Sinne Klarmachen zum Ändern! Am 27. September Piratenpartei wählen.

Add comment 9. August 2009

„Haben Sie kurz Zeit für die Piratenpartei“ – Ein Erfahrungsbericht vom Unterschriftensammeln

Ich war in meinem Leben noch nie Unterschriften sammeln, habe Flyer verteilt oder ähnliches.

Normalerweise bin ich auch was die Kontaktaufnahme mit fremden Menschen angeht eher gehemmt.

Es war für mich in der Tat eine Überwindung mich dazu durchzuringen für die Piratenpartei Unterschriften zu sammeln. Aus der Anonymität und Nestwärme des Internets in die „bedrohliche“ Welt der alten Leute mit Kugelschreibern.

Ich war bisher zweimal sammeln und habe insgesamt so um die 40 Unterschriften aus der Potsdamer Innenstadt geholt.

Beim ersten Mal war ich am Anfang, naja, zumindest zurückhaltend. Das hat sich aber nach einiger Zeit gelegt.

Es ist eben alles eine Frage der Übung. :)

Ich kann nur sagen es geht und man lernt sehr schnell, welche Zielgruppe lohnend ist, wer zwar nicht will, aber nicht weg läuft und wem man besser aus dem Weg gehen sollte.

Da wären zum einen die, die Piraten schon kennen. In der Regel jung und männlich oder (kein Scherz!) Marke „Gesuchter Sexualstraftäter“. Von denen bekommt man die Unterschrift sofort und schnell. Bei denen ist auch keine Aufklärungsarbeit mehr notwendig. Das geht schnell, das motiviert.

Dann gibt es die, die uns noch nicht kennen, die aber auch nicht reagieren. Das sind die meisten. Alles was alt (Über 40) ist, kann man in der Regel vergessen. Die sind sowieso schon festgelegt. Die gehen aber auch in der Regel einfach weiter, sagen evtl. noch „Nein, kein Interesse.“.  Was ich gelernt habe, auch Geräusche die sich wie Erbrechen, Röcheln oder ähnliches anhören können Wortmeldungen sein. Da fragt man sich zwar wo die Kinderstube geblieben ist, aber im Kern interessierte mich das auch nicht weiter.

Zu guter Letzt gibt es die, die uns noch nicht kennen, aber zuhören. Das sind vor allem junge Menschen oder solche die man evtl. als Alternative bezeichnen würde. Junge Männer kann man , fast, immer ansprechen. Junge Frauen nur ohne Kind und unter 30, am besten Studentin. Frau Marke „Disko-Schlampe“  ist Zeitverschwendung. Junge Väter hören einem zu, aber nur, wenn man die Frau/Freundin ablenkt.

Das Ansprechen dieser Leute geht relativ einfach. Hat man erstmal Augenkontakt aufgebaut und keine ablehnende Körpersprache mitbekommen, einfach direkt hin und fragen, ob sie die Piratenpartei schon kennen.

Übrigens gerade Personen die den Augenkontakt nicht halten, kann man zu einer Unterschrift bringen.

Also: kurzer Augenkontakt, dann zu Boden schauen = Hin und in den Weg stellen. :mrgreen:

Hat man erst einmal die Schwelle zur „Kommunikationserlaubnis“ überschritten geht die Arbeit los.

Das ist der eigentliche Interessante Teil, denn hier geht es ja darum, den Leuten klar zu machen, dass sie ihre Daten uns anvertrauen sollen und darum die Piratenpartei vorzustellen.

Zuerst sollte man natürlich die Standpunkte der Partei kennen. Ich bin für meinen Teil selten auf dem Weg der „Online-Rechte“ oder gar „gegen Internetsperren“ an die Leute gegangen, sondern habe die Piraten immer als Bürgerrechtspartei vorgestellt.

Natürlich habe ich die Themenreihenfolge angepasst, je nach Individuum.

Bei Jugendlichen bzw. Jungerwachsenen wurde natürlich relativ schnell der Punkt Stärkung der Privatkopie bzw. Entkriminalisierung von Filesharing genannt.

MP3-Player = Filesharing als Punkt.

Bei Vätern kamen die Punkte Bürgerrechte, OpenAccess, Staatstransparenz und freier Zugang zu Informationen gut an.

Bei jungen Frauen habe ich festgestellt bzw. hatte das Gefühl, dass es sehr auf das Wie weniger auf das Was ankam. Ein (freundliches) Lächeln und man hatte zumindest schon mal einen Fuß in der Tür. :roll:  Prinzipiell konnte man hier auch mit den Punkten Privatkopie, OpenAccess und freier Zugang zu Informationen gut an. Bei Bürgerrechten fand ich bei vielen die „Ich hab doch nichts zu verbergen“-Haltung vor. Generell war die Mitleidsnummer, nach dem Motto, jetzt steht der hier schon so lange ohne Unterschrift bzw. steht hier im Regen ganz effektiv.

Ganz selten hatten auch schon einige von den Piraten etwas gehört, hatten aber vor allem ein diffuses Bild von uns als „Kinderporno-Partei“ oder „Raubkopierer-Partei“. Das waren eigentlich, die schönsten Diskussionen bzw. Gespräche in denen ich persönlich auch zur gefühlten Höchstform aufgelaufen bin.

Hier muss man natürlich gegenhalten und die Missverständnisse, hervorgerufen durch fahrlässig falsche Berichterstattung, ausräumen. (Habe ich tatsächlich so gesagt)

Hilfreich ist es auch gewesen das Datenschutzgesetz zu kennen. Dann kann man den Leuten nämlich relativ sattelfest erklären, dass ihre Daten für gar nichts anderes genutzt werden dürfen. Außerdem kann man etwaige Befürchtungen über Nachteile mit diesem Artikel entkräften.

Generell galt aber in allen Gesprächen: Quatsch sie so lange zu, bis sie weiter müssen / wollen und dir die Unterschrift geben.

Mir hat das Unterschriften sammeln eigentlich Spaß gemacht, auch wenn ich nach dem ganzen Umherlaufen am Abend wirklich erschöpft war. Aber an einige Punkte muss ich mich echt noch gewöhnen.

Wenn man als potentieller Kinderschänder beschimpft wird fällt es einem schon schwer, nicht mit dem Klemmbrett zuzulangen. Vor allem alte Frauen kommen dann immer mit solch bescheuerten Fragen, wie „Haben sie Kinder? Nein?! Dachte ich mir!“ und lassen einem weder Zeit zum Antworten noch wollen sie die Antwort hören. Es fällt einem teilweise schwer ruhig und bestimmt gegen diese Waschweiber anzureden. Aber, das schiebe ich mal auf fehlende Abgebrühtheit meinerseits.

Irgendwo sind aber auch diese Leute gerade putzig, wenn sie davon reden, dass „es ja auch Leute gibt die in der realen Welt leben.“

Man merkt an dieser Stelle das diese Leute einfach keinen blassen Schimmer haben um was es geht und es auch nicht verstehen, wenn man es ihnen erklären will.

Diese Renitenz gegenüber Argumenten habe ich bisher sonst nur von Forentrollen erlebt.

Aber was interessieren einen schon Fakten, wenn man selbst glaubt richtig zu liegen?

Fazit: Unterschriften sammeln geht, wenn man sich ein bischen vorbereitet freundlich ist und nicht aussieht, als würde man um einen Euro betteln.

8 comments 22. Juli 2009

Rotes Kreuz: Blutspende nur gegen Name (2)

Habe übrigens eine Antwrt auf meine Mail von Gestern bekommen:

aus sicherheitsrelevanten Gründen ist eine eindeutige Identifizierung der Blutspender über den Namen und das Geburtsdatum unumgänglich. Die Daten werden nur intern verwendet.

*grusel*

Update:

vorher war noch ein pre-tag um die Mail. Daher konnte man wohl in einigen Browsern nur die Hälfte lesen:

aus sicherheitsrelevanten Gründen ist eine eindeutige Identifizierung der Blutspender über den Namen und das Geburtsdatum unumgänglich. Die Daten werden nur intern verwendet.

1 comment 22. April 2009

Rotes Kreuz: Blutspende nur gegen Name

Irritiert habe ich heute erfahren (Hörensagen), dass man (zumindest in Berlin) nur Blutspenden darf, wenn man dem DRK seinen Namen und das Geburtsdatum mitteilt. Ob die Adresse verpflichtend ist, weiß ich nicht. Man kann sie wird aber jedenfalls angeben, dann bekommt man vom DRK nette Werbebriefchen.

Ich für meinen Teil werde unter diesen Bedinungen nie im Leben mein Blut spenden. Ja, ich weiß das es wichtig ist, aber eher friert die Hölle zu, als dass ich einem Unternehmen wie dem DRK meine medizinischen Daten und meinen Namen zur Verfügung stelle. Ich finde es wirklich schade dass es einem unnötig schwer gemacht wird. :(

Nach meiner Kenntnis wird eine Blutspende zumindest auf ihre Tauglichkeit überprüft. Ich für meinen Teil freue mich schon darauf irgendwann in einer Zeitung zu lesen:

USB-Stick verloren: Daten tausender Blutspender bei Piratebay verfügbar.

oder alternativ

Wollen sie wissen ob ihr Nachbar HIV infiziert ist? Hier testen: (Link)

:roll:

Werde jetzt mal beim DRK direkt nachgefragt. Da sie aber

Anonyme E-Mails werden nicht beantwortet! Bitte geben Sie Ihren Namen und die Anschrift bekannt.

auf ihrer Internetseite zu stehen haben, bin ich ja mal gespannt ob ich überhaupt eine Antwort bekomme. (Im 21.-Jahrhundert, in der Zeit von anonymen Blogs, finde ich das schon sehr mutig.)

7 comments 21. April 2009

Price list

No, I will not contact you for your price list.  :roll:

Add comment 20. April 2009

Vegetarier-Terrorismus

Ok. Man kann ja Vegetarier sein. Ist mir persönlich gleich.

Aber muss man wirklich demonstrativ die Tiefkühlprodukte die Fleisch enthalten draußen liegen lassen? :roll:

Add comment 3. April 2009

Noch ein Grund, warum ich nicht in Diskos gehe

Abgesehen davon, dass ich mich weigere deren Wegelagerer- Getränkepreise zu zahlen, muss man anscheinend auch noch damit rechnen fotografiert und im Netz verewigt zu werden.

Ich möchte das an dieser Stelle noch mal zusammenfassen:

  1. Ich zahle an den Diskothekenbetreiber eine Summe damit ich in die Diskothek darf.
  2. Ich befinde mich dann in einer Umgebung, die im Allgemeinen nicht gut für meine Gesundheit ist.
  3. Ich bin dann vermutlich entweder stark dehydriert oder intoxikiert(?) .
  4. Dann kommt da so ein Männchen an und fotografiert mich.
  5. Und dann muss ich mich auch noch selber darum kümmern, dass diese Fotos nicht veröffentlicht werden?

Ja spinnen die denn völlig?

Ich meine, gut, manch Einer mag drauf stehen in einem, ähm, unrepräsentativen Zustand abgelichtet zu werden. Ich für meinen Teil hätte den Betreiber vermulich ebenfalls verklagt…

Wie zum Teufel kommt so ein dahergelaufener Diskoheini überhaupt auf die Idee mich fotografieren zu dürfen.

Überhaupt, was zum Teufel soll der Scheiß mit der Hand-Out-Karte? Haben wir jetzt neuerdings Opt-Out eingeführt oder was?

Fotografen. Die Aasgeier der Menschheit. … :roll:

Klasse ist ja auch die Argumentation des Beklagten. Da wird von „Bereich der Zeitgeschichte“ über „Einwilligung durch AGB“  bis hin zum Thema „Beiwerk“ alle Geschütze aufgefahren, die vorhanden sind um ein fotografieren einer Person zu genehmigen.  Quasi die argumentative Streubombe. Dass der Beklagte überhaupt zum Beklagten werden muss, zeigt eigentlich schon wes Geistes Kind der ist.  Anstatt den Fall niedrig zu hängen, der Klägerin einen Blumenstrauß zu kommen zu lassen und die Sache ‘ruhig’ aus der Welt zu schaffen, haut der Beklagte richtig auf die Kacke… Unverständlich… :roll:

Irgendwann,  – wenn ich die Macht ergriffen habe – werde ich dieses unsägliche KUG sowieso so abändern, dass es für jedes Foto das veröffentlicht werden soll einer gesonderten schriftlichen Genehmigung aller Abgelichteten bedarf. muhahaha. :roll:

Add comment 26. Februar 2009

‘Hallo’ vs ‘Sehr geehrte Damen und Herren’

Ich gebe es offen zu, ich bin ein Feind von ‘Sehr geehrte Damen und Herren’ in semi-offiziellen E-Mails.

Sicher, eine E-Mail in der ich ein Angebot schreibe bzw. den Erstkontakt herstelle werde ich ‘Sehr geehrte Damen und Herren’ schreiben.

Evtl. liegt es daran, dass es in der IT-Branche bzw. der Adminkommunikation zu einem Großteil etwas lockerer zugeht, aber in einer Mail in der ich den Support anschreibe bzw. eine Mail dich ich innerhalb eines bestehenden Geschäftsverhältnisses (Ich Kunde!) schreibe, komme ich mir irgendwie dämlich vor.

Ich persönlich finde das ‘Hallo XXX’ angenehmer, weil direkter. Ich komme mir einfach dämlich vor, wenn mir jemand eine Mail schreibt und immer ‘Sehr geehrter Herr XXX,’ schreibt. Ich ihm dann eine Mail zurückschreibe, er mir wieder eine, die Quotes mittlerweile 90% der Mail ausmachen und dann jedesmal ‘Sehr geehrte Damen und Herren’ steht.

Schreibe ich eine Mail in der ich der Auftraggeber bzw. Kunde bin, wähle ich daher „Hallo XXX“, selten „Hi“. Ich hoffe, damit dem anderen zu signalisieren, dass ich auf all zu förmliche Anrede bzw. Mail-Text keinen Wert lege.  In der Regel klappt das übrigens auch.

Sich durch die ganzen Höflichkeitsfloskeln durchkämpfen zu müssen, ist sonst stellenweise schon lästig. Was bringt es mir, wenn mich mein Kontakt wie den Kaiser persönlich bauchpinselt, wenn er mir auch nur eine einfache Ja/Nein-Antwort schreiben kann? Abgesehen davon, dass die Höflichkeitsfloskeln in der Regel eh nur aufgesetzt sind. Das merkt man spätestens dann, wenn es mal nicht so rund läuft. Da ist dann der Umbruch zwischen Bauchpinseln und Auspeitschen um so heftiger. Es gibt einer Mail/ einem Brief einen schon etwas komischen Eindruck wenn auf ein ‘Sehr geehrter Herr XXX,’ Rechtschreibfehler und Drohungen folgen.

Sinngemäß

Sehr geehrter Herr XXX,

Sie können mich mal kreuzweise.

Bin ich Auftragnehmer und kommuniziere mit einem Kunden, wähle ich natürlich immer das standarisierte ‘Sehr geehrte Damen und Herren’. Kann man nichts gegen machen.

Was mich allerdings durchaus im Lesefluss stört ist ein kleingeschriebenes ‘Sie’. Nicht weil ich darauf wert legen würde, sondern weil ich es einfach als Personalpronomen, nicht als Anrede lese.

Mails mit denen ich allerdings überhaupt nichts anfangen kann sind solche. Ich kann ja damit leben, wenn ich mit dem Absender in einem Verhältnis  stehe, dass es mir erlaubt ihn zu Dutzen, aber ich wäre schon sehr irritiert, wenn mir jemand so antwortet.

Add comment 23. Februar 2009

Nicht Euer Ehren

Add comment 5. Februar 2009

Previous Posts


Twitter

Neueste Artikel

Archive

Top-Beiträge

Blogroll

Kategorien

Schlagworte

amazon anime comedy comic Datenschutz debian dexter Divx E61 Elster extensions Filesharing firefox gpl huawei Internet Kinder Kommentar linux microsoft mp3 Onlinedurchsuchung piraten piratenpartei Politik postfix review Schäuble scrubs sicherheit stage6 stargate atlantis synchronisation t-mobile truecrypt ubuntu Verschlüsselung Video vmware Vorratsdatenspeicherung Werbung youtube Zensur zensurula Überwachung

 

Dezember 2009
M D M D F S S
« Nov    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Spam Blocked

Meta