Archive for November 2009
Wie mir diese scheinheilige Enke-Scheiße auf den Keks geht.
Seit Tagen werden alle Nachrichten von dem Tod irgendeines Ballfängers blockiert. Sicher, die Angehörigen haben einen Verlust erlitten, den ich gar nicht zerreden möchte. Warum jetzt aber die, gefühlte, halbe Nation Kopf steht will mir nicht in den Kopf.
Es wollte mir nicht in den Kopf, als Michael Jackson gestorben ist oder als „Prinzessin Diana“ gestorben ist. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie so viele Leute um einen Menschen trauern können, den sie vermutlich nie persönlich getroffen haben oder gar in Person gesehen haben. Oder besser formuliert, ich kann es nicht nachvollziehen, wie man eine derart asymmetrische Bindung an eine Person entwickeln kann.
Klasse sind auch die, die sich über die aufregen, die sich darüber aufregen, dass hier die Nachrichten blockiert werden.
Da soll man nicht sagen dürfen, dass so ein Schienensuizid für die Aufräumenden eine echte Belastung ist. Klar ist mir bewusst, dass man in diesen Situationen nicht unbedingt denkt, „Wer räumt mich eigentlich weg?“. Aber man muss sehr wohl festhalten, dass so ein Schienensuizid objektiv deutlich störender ist, als die Variante Strick+Kellerbalken.
Da muss man sich dafür rechtfertigen, wieso es einem egal ist, dass sich ein Fußballer umgebracht hat.
Oder man wird böse angeschaut, wenn man sagt, dass normalerweise wegen des „Werther-Effekts“ diese Form der Berichterstattung ausgeschlossen ist und man sich frag, wie viele Opfer das wohl jetzt kosten wird.
Was mir aber wirklich ankotzt, ist diese Scheinheiligkeit mit der auf seine Depression eingegangen wird. In einer Gesellschaft in der gemeinhin jede Schwäche ausgenutzt und gegen einen verwandt wird; in der TV-Charaktere, die an Depression leiden, als Witzfiguren dienen (bei Stromberg), fragt man sich jetzt wirklich ernsthaft, wieso er seinen Arzt und seine Angehörigen über seinen Zustand getäuscht hat. Einer Gesellschaft, in der man fürchten muss, ob berechtigt oder nicht, im Falle des Bekanntwerdens seiner Krankheit sein Kind und seine Karriere zu verlieren.
Oder diese lächerliche Frage, „Warum? Er hatte doch alles!“ Als wäre das in diesem Fall eine Erwiderung.
Natürlich auch jetzt wieder der obligatorische Aufruf, an den Unis oder der Schulen, man möge sich doch bitte bei Selbstmordgedanken oder Problemen an die Beratungseinrichtungen wenden. Gibt es da eigentlich eine gesetzliche Verpflichtung zu, oder fühlen sich die Leute nur dazu berufen diesen Schmarn abzusondern?
Ich muss in diesen Situationen immer an die Simpsons-Folge denken, in der Homer den Stempel „INSANE“ auf die Hand gedrückt bekommt.
Der beste Spruch den ich bisher gehört habe war, „Es ist, aus meiner Sicht, in unserer Gesellschaft keine Schande mehr, solch eine Betreuung in Anspruch zu nehmen.“
Doch ist es – und genau das ist das Problem.
Add comment 13. November 2009
Judenhass vs. Islamhass
Wenn man etwas erfahren möchte über die Doppelzüngigkeit der meisten muss man nur folgende Witze in zwei unterschiedlichen Formen erzählen:
- Wenn ich groß bin, werde ich der nächste Hitler und werde alle Moslems und einen Clown umbringen.
- Warum der eine Clown?
- Siehste, niemand interessiert sich für die Moslems.
Und nun die jüdische Variante:
- Wenn ich groß bin, werde ich der nächste Hitler und werde alle Juden und einen Clown umbringen.
- Warum der eine Clown?
- Siehste, niemand interessiert sich für die Juden.
Oder:
Eine Wache reiht in Guantanamo drei Moslems nebeneinander auf und sagt, „wer von euch am höchsten springen kann, bekommt ein Brot extra.“
Der erste springt 0,5m, der zweite 1,5m, der dritte 2,5m. Sagt die Wache, „erschießt ihn, er kann über den Zaun springen!“
Eine Wache reiht im KZ drei Juden nebeneinander auf und sagt, „wer von euch am höchsten springen kann, bekommt ein Brot extra.“
Der erste springt 0,5m, der zweite 1,5m, der dritte 2,5m. Sagt die Wache, „erschießt ihn, er kann über den Zaun springen!“
Prinzipiell kann man das mit allen Rassistischen Witzen machen. Man muss nur die Zielgruppen verändern. Finde ich persönlich schon interessant.
Add comment 8. November 2009