Piraten: Über dem rechten Auge eine Augenklappe?
17. September 2009
Erst Thiesen, dann hat Andi Popp hat der Jungen Freiheit ein Interview gegeben nun hat auch noch Jens Seipenbusch der Jungen Freiheit einen Fragenbogen beantwortet. (Das die zeitliche Reihenfolge nicht so war, sei jetzt mal ignoriert.)
Haben die Piraten ein Problem mit einer „nach rechts offenen Flanke“? Ist die hartnäckige Weigerung der Piraten sich in das so bequeme rechts-links-Schema einordnen zu lassen, etwa eine arglistige Strategie um sich als rechte Bürgerrechtler zu etablieren?
So kann man die Kritik verstehen, die momentan auf die Piraten vor allem aus dem linken Lager einprasselt.
Das Problem ist nur, wer den Piraten attestiert sie würden das rechte Spektrum zumindest umwerben, hat den grundsätzlichen Ansatz der Piraten nicht verstanden.
Die Junge Welt schreibt:
Zwar hat die große Mehrheit der Mitglieder der Piratenpartei mit rechtsextremem Gedankengut nichts am Hut. Doch da hier Meinungsfreiheit völlig losgelöst von realen politischen Entwicklungen gesehen wird, haben die Piraten eine offene Flanke nach Rechtsaußen.
Das klingt für mich wie, Meinungsfreiheit ist toll, aber bitte nur für mir genehme Personen. Dass die Piraten in erster Linie für Bürgerrechte für alle (Das impliziert auch für die Rechten.) sind führt natürlich dazu, dass man ihnen, wenn man möchte, unterstellen kann nach „rechts offen“ zu sein.
Wer diese Logik nutzt, muss den Piraten konsequenter Weise auch unterstellen „nach links“ offen zu sein, weil sie ja auch für Bürgerrechte für Linke sind.
Oder man aktzeptiert einfach folgendes:
Die Piraten kämpfen für Grundrechte wie die Meinungsfreiheit. Das von diesem Kampf auch immer die Extreme profitieren, liegt in der Natur der Sache.
Bisher hat niemand den Mitgliedern der Piraten unterstellt rechts Gedankengut zu verteidigen. Das zeigt eigentlich wie absurd die Diskussion ist. Eine Partei deren Mitglieder nicht rechts sind kann nach meinem Verständnis auch nicht rechts sein.
Ich hoffe dieser Eintrag kann einige Fragen die ich wohl mit meinen Tweets aufgeworfen habe beantworten.
Für mich stellt sich nun die Frage, wenn man sowohl für rechts, als auch für links kämpft, wo steht man dann?
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