Truecrypt 5.0 PBA Fazit
18. Februar 2008
So, da mich mein erster Test zuversichtlich gestimmt hat, ist mein System mittlerweile Vollverschlüsselt.
Auch, wenn man noch einige Bugs in Truecrypt vorhanden sind, man etwas Erfindungsreichtum zum Thema TCGINA an den Tag legen muss, bin ich doch im Großen und Ganzen zufrieden.
Eine Frage, die auch in den Kommentaren gestellt wurde und sich mir natürlich auch gestellt hat lautet, wie wirkt es sich auf die Systemperformance aus.
Ich kann für mich nur sagen, dass ich keinen Unterschied im täglichen Arbeiten spüre. Auf meinem Rechner läuft alles mit gewohnter Geschwindigkeit.
Was habe ich bisher gemacht?
- Normal gearbeitet
- Videos encodiert
- Größere Daten auf die Platte geschrieben (übers Netzwerk kopiert)
Bei keinem der oben genannten Punkte ist mir eine merkliche Verlangsamung des Systems aufgefallen.
Nun gut, in meinem System arbeitet auch ein Intel Quad Core. Ich habe also genug Rechenpower um die Verschlüsslung im Nirvana versinken zu lassen. Aber, ich habe auch schon vorher Erfahrungen mit Verschlüsselung gesammelt und kann ruhigem Gewissens sagen, dass sich eine Verschlüsselung auf die Standard-Anwendungen (Arbeiten, Spielen, Videos) nicht merklich auswirkt.
Warum ist das so?
Nun, man muss sich mal fragen, was wie ausgebremst wird.
Was wird ausgebremst? Der Festplattenzugriff bzw. die Leserate
Wie? Nun den Zugriff auf die Daten der Platte dauert jetzt theoretisch länger als vorher.
Praktisch sieht es doch aber so aus, der Flaschenhals in aktuellen Systemen ist eh immer die Festplatte.
Anwendungen wie z.B. Spiele scheuen daher den Festplattenzugriff in der Regel wie der Teufel das Weihwasser. (Einer mal nachgedacht, warum aktuelle Spiele 1 GB Ram als Minimum verlangen
Die laden einen Großteil eh einfach in den Speicher. ) Die wenigen Festplattenzugriffe sind daher in der Regel eh zu verschmerzen. (Solange noch genug Rechenkapazität zur Verfügung steht.)
Die Hersteller könne sich ja bemühen wie sie wollen, aber solange der Großteil der Platten noch keine SSDs sind, und sich von einer SATA2 Platte läppische 80MB/s (im Benchmark) ziehen lassen, fällt eine Verschlüsselung einfach nicht ins Gewicht.
Aber, nun mal Butter bei die Fisch, wann kann man mit seiner jetzigen Hardware problemlos das System verschlüsseln, wann sollte man lieber eine Stärkere CPU einbauen.
Im Prinzip kommt es auf den beabsichtigten Nutzen an.
Ein Beispiel: Auf meinem Notebook (das mit Ubuntu läuft und dessen Festplatte auch verschlüsselt ist) kann ich bequem Arbeiten, obwohl die CPU im 800Mhz Sparmodus läuft. Die Verzögerung die durch die Verschlüsselung entsteht ist nur beim Programmstart zu merken. Danach liegt z.B. Firefox oder OpenOffice eh im RAM und muss nicht mehr ent/verschlüsselt werden. Der Zugriff erfolgt also genauso schnell. Möchte ich allerdings Festplattenintensive Vorgänge starten (z.B. die Installation von Patches) komme ich nicht wirklich umhin, die CPU zu entfesseln. Auch das Abspielen von Videos ist kein Problem (im 800 Mhz Modus)
Merke: Viele Zugriffe auf Festplatte bedeutet viele Verschlüsselungsoperationen bedeutet Leistungseinbuße.
Auf meinem Rechner hingegen hängt die CPU eigentlich 80% des Tages locker in der Hängematte. Selbst wenn mein System mal etwas zu tun hat (z.B. encodieren einer neuen TV-Aufnahme) schaffe ich es beim besten Willen nicht die Auslastung (mit eingeschalteter Verschlüsselung) auf über 80% zu jagen.
Merke: Die Verschlüsselung hat keinerlei Einfluss auf rechenintensive Operationen. Solange genug Rechenpower bereit steht bremst sie nicht merklich.
Also, was muss man nun beachten?
Es gibt einige Dinge die man beachten muss um zu beurteilen wie stark sich ein Performanceverlust auf einem System bemerkbar macht.
- Welche Rechengeschwindigkeit hat meine CPU. Ein aktueller Core2Duo oder das AMD-Pendent hält für den Standardnutzer genug Reserven bereit um die Verschlüsselung im Hintergrund zu meistern. Mit einem Pentium 4 kann man es probieren, allerdings sollte man vorher genau testen. Es bringt übrigens nichts einen Quadcore zu nehmen. Bzw. mehr Kerne erhöhen nicht die Verschlüsselungsgeschwindigkeit. Verschlüsselung kann nicht parallelisiert werden. Bedeutet (ins blaue formuliert) ein Verschlüsselungsvorgang gewinnt mehr dadurch einen 200 Mhz schnelleren Prozessor zu kaufen, als einen neuen Kern einzubauen.
- Wie hoch ist meine Systemauslastung bei meinem täglichen Arbeiten.
Auf meinem Quadcore verursacht die Verschlüsselung geschätzte 1-4% Systemlast (Im Windows Task-Manager) vergleichbare Prozessoren (Von der Taktung, nicht der Kernzahl, z.B. ein E6550 ) sollte bei einer Leistungsreserve von 10-15% die Verschlüsselung ohne Probleme im Hintergrund meistern können. - Wie man sich eine ungefähre Vorstellung machen kann, wie die eigenen Anwendungen reagieren:
Zu erst einmal, gibt es den Truecrypt-Benchmark. Mit diesem einbauten Vergleichsprogramm kann man sich die Ent-/Verschlüsselungsgeschwindigkeiten ansehen. Man sollte dazu den Test einmal im Leerlauf (das System tut nichts) machen und einmal wenn man das System unter Last setzt. (Man startet ein Spiel, macht einen CPU-Benchmark etc.) Durch die ermittelten Zahlen bekommt man eine ungefähre Vorstellung davon, was die eigene CPU kann.
Nun der nächste Test, mit dem man eine tatsächliche Vorstellung bekommt. Dazu testet man mit dem Tool DiskBench einmal die Schreib-/Leseleisung der eigenen Festplatte. Dann erstellt man einen Truecrypt-Container und testet die Schreib-/Leseleisung in dem Container.
Das ganze testet man auch noch einmal unter Last.
Ist die Leistung auch unter Last nicht zu sehr eingebrochen, kann man sein System ruhigen Gewissens verschlüsseln. - Der Schlüssel zur Verschlüsselungsleistung ist die CPU. Sollten einem die Werte nicht gefallen, hilft evtl. ein CPU-Upgrade.
Ich würde allerdings jedem empfehlen mindestens einen Zwei-Kern Prozessor zu nehmen. Das wirkt sich zwar auf die Geschwindigkeit der Verschlüsselung nicht direkt aus, aber es ermöglicht dem System besser skalieren zu können, wenn es sehr Prozessorlastige Applikationen laufen lassen muss und im Hintergrund die Verschlüsselung wütet.
Entry Filed under: Software. Schlagworte: truecrypt, Verschlüsselung.
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