Die Daten sind sicher – die Rente war es auch

19. Januar 2008

*sammel* *sammel* *sammel* *Daten sammel*

Alle wollen sie Daten, die Versicherungen General Verdacht sowieso und auch die Musikindustrie hätte gewisse Daten gerne.

Bei Versicherungen und Musikindustrie, ja generell der Privatwirtschaft findet man in der Gesellschaft noch ab und zu Zustimmung, wenn man sagt, man könne die Daten nicht kontrollieren und es sei eine ziemlich blauäugige Sicht der Welt, wenn man glaubt, dass man nichts zu verbergen habe.

Spätestens beim Staat hört das Misstrauen der Menschen aber zu 99% auf. “Ich hab ja nichts zu verbergen”, “Die werden schon wissen was richtig ist”, “Beim Staat sind meine Daten doch sicher.”

Dass das vollkommener Blödsinn ist, ist jedem, der sich etwas mit dem Thema beschäftigt hat, klar. In Behörden arbeiten Menschen. Menschen machen Fehler, sind bestechlich oder handeln eigennützig.  Bei dem Mitarbeiter der Versicherung kann sich der ein oder andere noch vorstellen, dass der die Daten missbraucht um, nur ein, vergleichsweise, harmloser Fall, einfach Informationen über seinen Nachbarn zu bekommen. Reine Neugierde, etwas, das im deutschen Wesen anscheinend fest verankert ist. Im richtig bösen Fall, gibt der Mitarbeiter der Versicherung regelmäßig gegen entsprechendes Bakschisch Daten an interessierte Arbeitgeber raus. Bei Behörden ist das in der Vorstellung der Menschen irgendwie nicht vorhanden.

Schön ist ja, dass man mittlerweile sich nicht einmal mehr  anstrengen muss um diesen Vollpfosten Uninformierten zu zeigen wie falsch sie liegen.

Vor kurzem sind in England (Verzeihung Groß-Britannien) drei Millionen Datensätze verloren gegangen.

Aktuell berichtet gulli.com  gerade von einem Fall in dem ein Zollmitarbeiter regelmäßig Daten an Kriminelle weitergegeben hat.

Wenn man sich jetzt überlegt, das in naher Zukunft so ziemlich alle Daten zentral vom Staat lebenslang erfasst werden, kann man sich ungefähr ausmalen, was uns in Zukunft blüht.

Beispiel Gesundheitskarte. Ein einzelner vollständiger (medizinischer) Datensatz  ist bis zu 1500 Euro wert. (Quelle: Videobeitrag auf dem Chaos-Computer-Congress, von vor ein, zwei oder drei Jahren, zum Thema elektronische Gesundheitskarte)  Da soll mir jetzt jemand erklären, es gebe niemanden, der bereit ist ein paar Beamte zu bestechen, damit die einem die Daten rausrücken. Seien es nur 10 Datensätze. Eine relativ geringe Zahl, da dürfte ein Beamter herankommen. Das sind immerhin 15.000 Euro :!:

Beispiel Steuernummer, die ist demnächst lebenslang gültig. Ein ganzes Leben kann das finanzielle Verhalten zurückverfolgt werden. Evtl. ist man ja als Arbeitgeber interessiert, ob der Bewerber Schulden hat / hatte. Zahlt Unterhalt, also unzuverlässig, etc.

Beispiele, das selbst (als wären die besser :roll: ) Polizisten  gerne auch einmal in den Datenpool greifen, um den neuen Freund der Tochter oder der eigenen Freundin durchzuprüfen gibt es genug:

Er wiederum habe über das Polizeisystem verbotenerweise Daten über ihren Ex-Freund abgerufen.

Diese Missbrauchsszenarien sind real. So werden schon jetzt die Daten missbraucht.

Gar nicht zu reden, von Diensten wie Payback oder Happy-Digits, bei denen eine Großzahl der Bürger ihre Daten selber für alle möglichen Schandtaten frei gibt.

Eine schöne Zukunft in die wir steuern.

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