Dirk Hillbrecht bei “Unter den Linden”

Ich bin jetzt gerade dazu gekommen, mir den Auftritt des Vorsitzenden der Piraten bei “Unter den Linden” anzusehen.

Ich finde er hat sich, dafür dass er einem alten CDU-Hasen Medienprofie der CDU gegenüber saß, wacker geschlagen.

Leider hat er sich von dem CDU-Mann zu sehr in die Defensive drängen lassen. Der CDU-Mann hat natürlich die aus seiner Sicht im Parteiprogramm der Piraten vorhandenen Schwächen angegriffen.

Hier hätte er aggressiver gegen halten können. So hat es gewirkt, als wüsste er selber die Antworten auf die Fragen nicht.

Was man beim nächsten mal besser machen könnte (Dinge die mir als Antworten eingefallen sind, was ja im warmen Stübchen immer einfacher geht. :mrgreen: ):

Beim Thema ‘Netzsperren’:

  • Stärker auf die Verhältnissmäßigkeit der Mittel drängen:
    Es kann nicht sein, dass man für einen Straftatbestand der nach dem Gesetz her noch nicht einmal ein Verbrechen ist, eine Struktur aufbaut, mit der beliebige Inhalte gefiltert werden können.
  • Darauf hinweisen, dass ein Großteil der Inhalt auf Servern liegt in denen sowohl mit der Zusammenarbeit der Administratoren als auch der Strafverfolgungsbehörden zu rechnen ist.
  • Die Gefahr, dass diese Sperren in einer Weise eingesetzt werden, die vollkommen unverhältnissmäßig ist, überwiegt dem Nutzen dieser.
  • Auf die 130.000 Unterschriften hinweisen.

Beim Thema ‘Urheberrecht’ und ‘Patentrecht’:

  • Benutzer die z.B. auf youtube selbsterstellte kreative Videos hochladen, z.B. die Star-Wars-Virales-Marketing-Videos, sich nach der aktuellen Rechtslage strafbar machen.
  • Auf den grundsätzlichen Unterschied zwischen Eigentum und ‘Geistigem Eigentum’ hinweisen. Eigentum kann nicht geteilt werden, ohne dass es weniger wird. Wissen wird nur mehr, wenn man es teilt. Es ist also ein Gut, dass ohne Verknappung geteilt werden kann. Urheberrechte sind daher eine künstliche Verknappung eines Gutes.
  • Es ist bereits jetzt legal möglich meinem Freund eine CD bzw. ein Buch zu kopieren. Wenn man den gleichen Vorgang digital abwickelt ist es aufeinmal rechtswiedrig.

Add comment 23. Juni 2009

Netzsperren: Die Befristung ist Humbug

Nachdem die SPD weiterhin von allen Seiten eins reingewürgt bekommt, muss auch ich an dieser Stelle mal darauf hinweisen, dass der “Kompromiss” so keiner ist. Ich beziehe mich mal auf die Antwort von Martin Dörmann.

Die von der SPD so “heldenhaft” erkämpfte Befristung bringt genau gar nichts. Im beschlossenen Gesetz ist nirgends von einer Exklusivität der jetzt errichteten Infrastruktur die Rede.

Damit steht es jeder Regierung frei ein neues Gesetz zu erlassen, welches die ISPs dazu verpflichtet auch anderen Content zu filtern. Die Struktur besteht ja bereits. Das jetzt beschlossene Gesetz kann also beliebig auslaufen, ja sogar in Vergessenheit geraten. Die Struktur und die mit ihr geschaffene Bedrohung existiert weiterhin.

Die SPD glaubt doch wohl bitte nicht, dass die Provider die von ihnen (den Providern) bezahlte Infrastruktur und Software einfach wegwerfen?

Weiterhin schiebt sie als Argument gerne vor, dass die Provider die Struktur ja sowieso aufbauen würden. Naja, sagen wir es so, alle Provider? Nicht alle. Anstatt also die Bürger / den Markt darüber entscheiden zu lassen, ob man einen Provider will der freiwillig filtert oder nicht hat man nun alle Provider (Ausgenommen Kleinstprovider, aber lassen wir das)  dazu verpflichtet.

Da, wie schon festgestellt, die Infrastuktur existiert, könnten jetzt sogar die Gerichte die Provider im Rahmen der Störerhaftung (war es diese für ISPs, sorry, blackout) dazu zwingen auch andere Inhalte zu blocken. Denn die bisher benutzte Argumentation der Zumutbarkeit ist jetzt hinfällig. Es könnte sogar soweit kommen, dass einzelne Zugangsanbieter zivilrechtlich in Regress genommen werden, da sie zwar über eine Sperrinfrastruktur verfügen, diese aber nicht genutzt haben, um z.B. eine Schädigung der GEMA zu verhindern.

Fazit: Die SPD hat die Büchse der Pandora geöffnet.  Fuckers.

Add comment 19. Juni 2009

Use LDAP to authentificate Apache 2 users against an Active Directory

Tested with Ubuntu 8.04 and Windows 2003 SP2

You need a valid Active Directory User Account that can be used to authenticate against the AD. I.e. create a new user with minimal access rights and a strong password.

The name of the AD is ‘virtual.local‘, therefore you need to use DC=virtual,DC=local.

I use the user ldapcrawler . Please change these values according to your own setup.

Replace YOUR_IP with the IP of the AD-Server you want to authentificate against, and YOUR_PASSWORD with the password of the valid AD-Account described above.

To enable LDAP-Authentification in your apache2 server run the following as root:

a2enmod authnz_ldap

Use the following auth settings (e.g. in a .htaccess file or in the <directory>  section)

AuthBasicAuthoritative on
AuthBasicProvider ldap
AuthzLDAPAuthoritative on
AuthType BasicAuthName "Ldap Test Area"
AuthType Basic
AuthLDAPURL "ldap://YOUR__IP/CN=Users,DC=virtual,DC=local?sAMAccountName??(objectclass=*)" NONE
AuthLDAPBindDN "CN=ldapcrawler,CN=Users,DC=virtual,DC=local"
AuthLDAPBindPassword "YOUR_PASSWORD"

If you use  sAMAccountName as parameter the username of your users will be required to enter their legacy NT4-style username. I.e. if your username is quark@virtual.local or VIRTUAL\quark use quark. (See here for details.)

However you can specifiy every LDAP-attribute you want. For example if you use userPrincipalName the user will have to enter their 2000-style login name. I.e. if your username is quark@virtual.local use quark@virtual.local .(See here for details.)

For your require directive have a look here.

Some examples:

Allow any user that enters a correct password to login:

require ldap-attribute objectClass=user

Allow only members of a certain AD-Group to login:

require ldap-group cn=Your-Group-Name,cn=Users,DC=virtual,DC=local

If you want to use the require ldap-user directive be advised, that the username you have to specify is dependend on your ldap-query:

  • If you have specified sAMAccountName you must use:
    require ldap-user quark
  • If you have specified userPrincipalName you must use:
    require ldap-user quark@virtual.local

Add comment 6. Juni 2009

Theme

Wieder auf Blix umgestellt.

1 comment 3. Juni 2009

Zensurula: Was passiert, wenn man Bürger in Angst versetzt

Prof Dr. Sieber hat es in der Anhörung zum Gesetz schön formuliert:

Wenn man die Bürger durch diffuse Angst einschüchtert, werden die Bürger Maßnahmen ergreifen um zu verhindern, dass sie überhaupt in den Verdacht kommen.

Dass das möglich ist hat die Internetgemeinde bereits in den letzten Wochen Eindrucksvoll mit Videos auf youtube unter Beweis gestellt.

Das Bundeverfassungsgericht hat in einer Entscheidung (2074/05 Absatz 173) folgendes gesagt:

[...] Das sich einstellende Gefühl des Überwachtwerdens kann[...]  zu Einschüchterungseffekten und in der Folge zu Beeinträchtigungen bei der Ausübung von Grundrechten führen. Hierdurch sind nicht nur die individuellen Entfaltungschancen des Einzelnen betroffen, sondern auch das Gemeinwohl, weil die Selbstbestimmung eine elementare Funktionsbedingung eines auf Handlungs- und Mitwirkungsfähigkeit seiner Bürger gegründeten freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens ist (vgl. BVerfGE 65, 1 <43>; auch BVerfGE 100, 313 <381>).

Ich frage mich wie das jetzt vorgeschlagene Gesetz mit dem Grundgesetz vereinbar sein soll.

Add comment 31. Mai 2009

Zensurula: Der falsche Gültigkeitsbereich

Ich hatte ja bereits die technischen Schwachstellen beim geplanten Uschifilter erläutert.

Nachdem ich mir nun die Anhörung in voller Länge angeschaut habe (Welcher Vollidiot hat die eigentlich mittendrin abgebrochen?) bin ich zu dem Schluss gekommen, dass man dringend auch noch einmal die Probleme beim Gültigkeitsbereich des geplanten Gesetzes, ähm, zerlegen sollte.

Generell haben die meisten Experten bei der Anhörung angemerkt, dass man die Daten möglichst nicht zur Repression nutze sollte, um zu verhindern, dass ein Klima der Angst entsteht. Die Sachverständigen der Exekutive wollten die Daten natürlich zur Strafverfolgung nutzen.

Lebt aber ein Großteil der Bürger in Angst durch eine Spam-Mail oder einen Schocker-Link ins Fadenkreuz der Ermittlungsbehörden zu geraten, wird er präventiv Maßnahmen ergreifen diese Zensurmaßnahmen zu umgehen. Damit wird der Filter erst recht sinnfrei, da so garantiert nur noch die hängen bleiben, die ahnungslos auf solche Seiten kommen.

Bei der Anhörung sind  mir aber auch drei Sätze in sehr schlechter Erinnerung bzw. haben mir Dinge ins Gedächtnis gerufen (keine wörtlichen Zitate, sondern aus dem Gedächtnis):

  • „Das betrifft ja nicht nur Bilder, sondern auch Bücher.“  (siehe hier)
  • „Für uns im Familienministerium sind alle unter 18 Jahren Kinder.“
    Abgesehen davon, dass diese Auffassung rechtlich interessant ist, (i.e.: Falsch) fällt mir dabei auch der sehr häufig falsch verwendete Begriff der Pädophelie ein.
  • Wer in Grenzbereichen der Pornografie surft kann auf solche Inhalte stoßen.

Wenn Ursula von der Leyen mit „An inneren Verletzungen verblutenden Kindern“ argumentiert, verliert man den gesamten Strafbestand der Kinderpornografie schnell aus den Augen.

Ich will an dieser Stelle echte Kinderpornografie nicht verteidigen oder gar schönreden, diese ist in (fast) allen Ländern zu recht geächtet und mir bisher, da in keiner mir bekannten Pornotauschbörse wird Kinderpornografie gleichberechtigt mit Pornografie verbreitet wird, auch noch nicht untergekommen. (Ist es nicht erschreckend, dass man so etwas schreiben muss, damit nicht gleich die Fackeln angezündet werden?)

Wenn es aber um den Teil geht, der den meisten nicht mehr unmittelbar als Kinderpornografie ins Auge springt, der wirklichkeitsnahen Kinderpornografie, sieht die Sache anders aus.

Auch diese will ich nicht schönreden, es geht mir erstmal nur darum Fakten (soweit mir bekannt) zu erklären.

Wir sind in Deutschland an dieser Stelle (nach meiner Kenntnis) international relativ allein auf weiter Flur.

Während in Deutschland auch Bücher und Zeichnungen mit sexuellen Handlungen an Kindern unter 14 Jahren generell unter Strafe stehen, sieht das in anderen Ländern anders aus.

  • In USA sind Zeichnungen und Bücher bis zu einem gewissen Grad von der Meinungsfreiheit gedeckt.
  • In Japan sind Zeichnungen mehr oder weniger legal, haben dort ein eigenes Subgenre. Im Westen bekannt als Lolicon (Die englische Wikipedia hat einen relativ guten Artikel darüber, hier)

Wie es in anderen Ländern ist weiß ich nicht. Aber um meinen Punkt zu verdeutlichen dürften zwei andere große Internetnationen reichen. (Beispiel: Twitter bietet Englisch und Japanisch als Sprache an…)

Hat man Kontakte mit anderen Ländern, kommt man auch mit deren unterschiedlichen Kulturen in Kontakt.

Während es für einen Deutschen (kulturell) undenkbar ist in Counterstrike ein Hakenkreuz auf den Boden zu sprühen, kann es für einen Amerikaner einfach nur ein Scherz sein.

Der Deutsche würde sich vermutlich in diesem Fall schon strafbar machen. (Uuuh… Nazivergleich…)

Nicht anders sieht es aus, wenn man in Kontakt mit den Moralvorstellungen andere Kulturen kommt. Was in den USA unter Meinungsfreiheit läuft, kann in Deutschland strafbar sein. Was in Japan legal, kann in den USA und in Deutschland strafbar sein, usw.

Sollte das Gesetz wie beabsichtigt für den ganzen § 184b StGB gelten, wird es notwendigerweise zu Konflikten mit den unterschiedlichen Auffassungen über Kinderpornografie kommen.

Als Beispiel können da schon die Lolicon-Bilder dienen, die in dem einen oder anderen Anime-Fan-Forum auch gerne mal von einem Troll gepostet werden.

Zwar sind diese Materialien in Deutschland schon jetzt strafbar, aber hier gilt, wo keine Kläger da kein Richter. Keine Sau interessierte es bisher, wenn man aus Versehen auf einen solchen Link geklickt hat oder das Bild in einem Forum eingebunden wurde.

Sollte aber die Pflicht zur Sperrung aller Webinhalte die vom § 184b berührt werden kommen, kann es durchaus sein, dass einige bekannte Internationale Foren nicht mehr aus Deutschland erreichbar sind oder man beim Aufruf dieser Seiten Gefahr läuft ins Visier der Strafverfolgungsbehörden zu geraten.

Lolicon-Inhalte oder auch sexualisierte Zeichnungen der Simpsons-Kinder gibt es im Internet zuhauf. Ich habe auch schon erlebt, dass auf youporn und Konsorten Werbung für eine „Toon-Sex“-Seite geschaltet wurde. Auf dieser Werbung haben sich Bart und Lisa, nicht 100% Rechtskonform verhalten. (Absatz 4 wird jetzt mal ignorieren, sonst komme ich gar nicht mehr zum Punk. War als Euphemismus gedacht.)

Wer als Konsument im Internet nach kostenloser Pornografie sucht, kommt schneller als ihm lieb ist, an Inhalte bei denen einem nicht automatisch klar ist, dass es sich um Kinderpornografie handelt.

Erfasst die Sperre auch den Bereich der wirklichkeitsnahen Kinderpornografie wird es auf Grund der aktuellen unterschiedlichen Rechtslage einige/viele Falschtreffer geben.

Ich möchte dann an dieser Stelle das Gesicht desjenigen sehen, bei dem eine Hausdurchsuchung stattfindet, weil in einem Forum jemand Bart und Lisa beim Vögeln gezeichnet hat.

Zum Abschluss noch ein Hinweis:

Das Gesetzt erfasst die Darstellung von Kindern. Kinder sind Personen unter 14 Jahren. Das die gezeichnete Personen Brüste hat, schützt einen nicht davor, dass es sich um eine Person unter 14 Jahren handeln könnte. (Siehe hier). Sollte dann irgendwann das Gesetz auch noch auf den Bereich des §184c StGB (Jugendpornografie) erweitert werden, dann ist Polen offen. Dass diese Intention da ist, hat die Nachfrage während der Anhörung gezeigt.

Update:

Auch Teleplos hat das Problem erkannt.

Add comment 31. Mai 2009

Kleinstpartei: Warum ich die Piraten trotzdem wählen werde

Ich werde bei der Europawahl vermutlich die Piratenpartei wählen, gerade weil sie eine Kleinstpartei mit einem Hauptthema sind.

Ob jetzt die SPD, die CDU, die Grünen oder die FDP. Einigen dieser Parteien stimme ich mehr zu, als anderen. Sie vertreten aber jeweils ein volles Spektrum an Meinungen. Die Hauptrichtung in die die Politik marschiert ist daher von meiner Stimme weitgehend unabhängig. Bei dem See an Stimmen, die die etablierten Parteien bekommen, fällt meine Stimme nicht wirklich ins Gewicht. Sie verhält sich wie ein Tropfen Wasser im See. Wenn die generelle Stimmung der Mehrheit die CDU stärken will, ändert meine Stimme daran wenig. Ich kann meine Stimme nicht gewichten, ich kann nicht sagen: “Ich habe die SPD gewählt, weil…” Daher kann es sehr wohl passieren, dass eine Partei einen für mich sehr wichtigen Standpunkt opfert um die anderen umsetzen zu können.

Gebe ich die Stimme den Piraten ist es eher so, als würde ich auf dem Wahlzettel groß und Fett Netzpolitik/Datenschutz schreiben. Um beim See-Gleichnis zu bleiben, hier verhält sich meine Stimme eher wie Erdöl. Einige wenige Tropfen reichen um das Wasser nachträglich zu ändern.

Gebe ich meine Stimme den Piraten erwarte ich nicht, dass diese gleich mit einer nennenswerten Macht (oder überhaupt) ins Europaparlament einziehen. Aber, das bilde ich mir zumindest ein, wenn 10000  Leute (Soviel hatte die PARTEI der Titanic bei der letzten Bundestagswahl) oder mehr sagen “Hier gibt es ein Thema, beim dem fühle ich mich so unterrepräsentiert, dass ich eine Splitterpartei wähle!” bedeutet das für die etablierten Parteien, dass sie hier nachbessern müssen.

Heute haben alle Parteien Umweltschutz im Programm oder zumindest eine Meinung dazu. Weil es genügend Leute gab, die jahrelang die Grünen gewählt haben. Ich hoffe, dass das in einigen Jahren ähnlich beim Thema Netzpolitik / Datenschutz ist.

8 comments 30. Mai 2009

Mangas und Kinderpornografie

Bei diesem Artikel http://www.wired.com/threatlevel/2009/05/manga-porn/ fällt mir gerade ein, dass man bei der ganzen hysterischen Diskussion um Kinderpornografie (”innere Blutungen”) sich dann doch mal die Gesetzestexte durchlesen sollte.

(1) Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern (§ 176 Abs. 1) zum Gegenstand haben (kinderpornographische Schriften),
1.
verbreitet,
2.
öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht oder
3.
herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummer 1 oder Nummer 2 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen,

wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer es unternimmt, einem anderen den Besitz von kinderpornographischen Schriften zu verschaffen, die ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergeben.
[...]
(4) Wer es unternimmt, sich den Besitz von kinderpornographischen Schriften zu verschaffen, die ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergeben, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird bestraft, wer die in Satz 1 bezeichneten Schriften besitzt.

Dort ist nämlich in der Regel von Schriften die Rede.

Schriften“: (§11 StGB)

  • echte Bilder. (Das was gemeinhin als Kinderpornografie bezeichnet wird.)
  • gezeichnete Bilder (Ich sage dazu nur Chibiusa) Generell alles, was als Lolicon gilt.
  • (erfundene) Geschichten. (Das hat übrigens schon einmal zur Indizierung eines Buches (Joesfine Mutzenbacher) geführt. Strenggenommen fallen z.B. auch ein Großer Teil der Harry Potter Fanfictions drunter. (Harry ist 11 im ersten Buche, glaube ich. ) )

So und nun reden wir noch einmal darüber, ob man schon Kinderpornografie im Internet gesehen hat.

Seiten die dann übrigens demnächst auf die Sperrliste kommen (Ich verlinke ausnahmsweise mal nicht :mrgreen: ) :

7chan hat nen ganzes Board/Forum für cake/Loli Kram

4chan regelmäßig taucht dort was auf

adultfanfiction hat Geschichten über Charactere die (Canon) < 14 Jahre alt sind. Hat Geschichten mit dem Warntag MINOR (Wobei das generell bedeutet, einer der beteiligten ist jünger als 18 Jahre).

So und vermutlich werde ich jetzt als Pädophiler gebranntmarkt oder man wird mir vorwerfen, dass ich Kinderpornografie verharmlose. Aber, mit den Worten von Dr. Cox:  “As always, I don’t care.”

Zum Abschluss noch ein Bild, was die Rechtslage kurz und Bündig zusammenfasst und eine Meinung:

pornografie

Wer mit verblutenden Kindern argumentiert, soll sich nicht wundern, wenn er Zynismus erntet. :roll:

Ob er die Rechtslage für gut oder schlecht hält, muss jeder selbst feststellen.

Aber, meine Auffassung kann ich (mit etwas Zynimsus) ganz gut zusammenfassen:

Wenn ich eine Geschichte schreibe (die ich mir also ausgedacht habe), die sexuelle Handlungen zum Inhalt hat und ich einen der Teilnehmer als 12 jährig deklariere, mache ich mich strafbar. Wenn ich mit suchen und ersetzen das Alter gegen 21 austausche, bin ich aus dem Schneider. (Nebengedanke: Macht man sich durch Zahlendreher strafbar? :mrgreen: )

Wenn ich mir eine Zeichnung anschaue, auf der eine Figur, die sich auch andere Erwachsene ausgedacht haben, die von Erwachsenen gezeichnet wurde, sexuelle Handlungen an sich vornimmt, mache ich mich strafbar.

Für mich erschließt sich der Schutz der Kinder hier nicht wirklich. Aber, ich bin ja auch kein Politiker.

2 comments 29. Mai 2009

OpenNMS displays the wrong time (zone)

On Ubuntu:

If OpenNMS is using the wrong time zone to display the current date add

export TZ=`cat /etc/timezone`

to /etc/init.d/opennms

Add comment 27. Mai 2009

Zensurula: Wenn nicht weiß wohin mit seiner Wut.

Vor (fast) einem halben Jahr habe ich einen Artikel über die Sinnlosigkeit von Internetsperren geschrieben. Mittlerweile ist es unter den Gegnern des  Sperrvorhaben von von der Leyen quasi Konsenz geworden, dass diese Frau keine Ahnung hat, von was sie redet bzw. dass die ihre Vorschläge an der Realität scheitern.

Wie in meinem alten Artikel prophezeit, hat sich die DNS-Sperre als total sinnfrei herausgestellt. Besser noch, bereits vor ihrer Einführung sind die Methoden zur Umgehung weit bekannt.

Es ist etwas eingetreten, was die Initiatoren des  Sperrvorhabens nicht vorausgesehen haben. Sie haben (ich unterstelle bewusst) ein Thema gewählt, bei dem vorraussichtlich wenig Widerstand zu erwarten war – und sie sind grandios gescheitert.

Was die Politiker nicht verstanden hat ist, dass sie mit ihrem Vorhaben nicht die Kinderpornographie-Konsumenten angreifen, sondern eine ganze Lebensart angegriffen haben. Nur so kann ich mir auch erklären, wie träge die Reaktion der Politik erfolgt ist.

Kaum ein deutsche Politiker wird sich freiwillig mit den Schützenvereinen anlegen (sofern diese auch nur entfernt seine Wählerschaft ausmachen). Nicht aus Verständnis für die Kultur der Schützenvereinen, sondern, weil man als Politiker weiß, dass sich das negative Bild im Schützenverein multipliziert. Die Mitglieder im Schützenverein sind gegen einen, deren Freunde und Familie vermutlich auch.

Hier liegt genau der Krux in der Wahrnehmung zwischen diesen Internetheinis und den Schützenvereinen. Schützenvereine sind potentielle Wählerstimmen. Internetnutzer sind potentielle Perverse/Amokläufer / nur Kinder.

Das kommunizieren die deutschen Politiker sehr erfolgreich und natürlich merken das die Internetnutzer sehr genau.

Ich bin kein Freund von Social-Networks. Bloggen und twittern tue ich anonym. Viele andere tun das nicht, ein genau so großer Teil tut es mindestens unter pseudonym.

Leider haben die Politiker den Fehler gemacht zu denken, anonym = politisch uninterssiert. Ja, mag sein, mich interessiert nicht, ob die Schräbergartenkolonie einen Besuch vom lokalen Abgeordneten bekommt. Ich merke mir aber sehr wohl, dass mein Abgeordneter bei der Vorratsdatenspeicherung zugestimmt hat. Ich merke mir, dass eine Familienministerin mich als potentiellen Pädophilen beschimpft. Ich merke mir, dass ein traumatisierter Innenminister am liebsten alle meine E-Mails persönlich lesen würde.

Es mag ja sein, dass eine Stimme bei der Wahl keinen Unterschied macht. Aber leider hat die Politik eines vergessen, dass ich nicht alleine bin. Klar ich kenne einen Großteil der Leute die sich an meiner Seite aufregen nicht. Werde sie vermutlich auch nie kennenlernen, etwa weil sie am anderen Ende der Republik leben.

Aber, nur weil wir nicht irgendwelche Häuser besetzen oder uns als sichtbare Gruppe zusammenrotten, bedeutet das nicht, dass es uns nicht gibt und wir keine Meinungsmultiplikatoren sind.

Bisher hat sich lediglich noch kein Ventil für die Wut und Unzufriedenheit gefunden, die sich aufstaut. Wenn ich über diesen Schwachsinn nachdenke, den Politiker bei Themen von sich geben, die mich interessieren, steigt mein Blutdruck bedrolich an.

Es ist die ohnmächtige Wut über die Ignoranz und Unkenntnis der deutschen Politik gegenüber einer ganzen Generation / Lebensart.
Das ist schon einmal in diesem Land schiefgegangen.

Alternativ zu Schützenvereinen kann man auch genre Schrebergärten nehmen. :roll:

Add comment 25. Mai 2009

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